Die Tugend der Mildtätigkeit

Nun im letzten Artikel habe ich euch über das Almosen geschrieben. Damit möchte ich weiter fortfahren, weil mir in der aktuellen Zeit der Krise diese als sehr wichtig erscheint.

Wir müssen zugeben, dass wir von Natur aus eine gewisse Neigung zur Barmherzigkeit haben. Diese sieht man sehr leicht wie die Eltern mit ihren Kindern umgehen oder die Liebe zwischen Brüdern, Verwanden und Angehörigen, und zwischen Menschen überhaupt. Daher kommt es, dass wir entrüstet sind, wenn jemandem Unrecht geschieht; daher unser Abscheu, wenn jemand umgebracht wird; daher unsere Tränen beim Anblick von Betrübten. Gott will ausdrücklich, dass dem so sei, darum hat er in die Natur mächtige Antriebe dazu gelegt, um anzudeuten, wieviel ihm daran gelegen ist. Das wollen wir beherzigen und wollen uns selbst, unserer Kinder und Angehörigen in die Schule der Mildtätigkeit führen. Das soll ja der Mensch vor allen Dingen lernen; denn das gerade heißt Mensch sein. Etwas Großes ist es um den Menschen, und geachtet ist der Mann, der barmherzig ist. Wer diese Eigenschaft nicht besitzt, hat aufgehört, Mensch zu sein. Durch sie wird man weise. Wundert es dich, dass barmherzig sein: Mensch sein heißt? Es heißt sogar: Gott sein. Denn es steht geschrieben: „Seid barmherzig wir euer Vater“ Lk 6,36 EU. Ich meine aber eine Barmherzigkeit, die frei ist von Habsucht. Denn wenn schon derjenige nicht barmherzig ist, der von seinem Eigentum, niemand etwas mitteilt, wie kann es der sein, der andere um das ihrige bringt, wenn er auch noch so viel gäbe.

Gilt es nicht schon als Lieblos, wenn einer sein Eigentum allein genießt, wieviel mehr erst, wenn er sich Fremdes aneignet? Wenn er ZB Indios ihr Land nimmt und ihnen einen Wucherpreis dafür gibt. Er übervorteilt sie in diesen Fall. Wenn einer ein Land zu teuer verkauft, obwohl er weiß, dass darauf Altlasten sind. Wenn die gestraft werden, welche niemand ein Unrecht zufügen, bloß, weil sie andern nicht mitteilen, umso mehr diejenigen, welche andern ihr Eigentum nehmen.

Sage ja nicht, dass es ein anderer ist, der Unrecht erleidet, und ein anderer, dem das Almosen geben wird. Das ist ja das Strafbare. Denn gerade derjenige sollte das Almosen empfangen, dem Unrecht geschehen ist, nun aber tust du den einen weh, und tust wohl denen, welchen du nicht weh getan hast, da du doch jenen eher wohltun solltest, oder vielmehr ihnen vorher nichts zuleide tun. Nicht derjenige übt ja Nächstenliebe der erst schlägt und dann heilt, sondern wer diejenigen heilt, die von anderen geschlagen wurden. Heile also die Wunden, die von anderen, nicht die von dir geschlagen sind; richte im Gegenteil die Niedergeworfenen auf. Auch ist es gar nicht möglich, das von der Habsucht angestiftete Unheil durch ebenso große Almosen wieder gut zu machen. Du müsstest schon viel mehr geben um das Unrecht wieder gut zu machen. Darum muss auch ein Dieb, der ertappt wird, das Vierfache bezahlen; und ein Räuber ist noch schlechter als ein Dieb. Wenn nun ein Dieb den vierfachen Wert des Gestohlenen ersetzen muss, so wird der Räuber das Zehnfache und noch viel mehr erstatten müssen. Darum sprach Zachäus: „Wenn ich jemand in etwas überfordert habe, gebe ich es vierfach zurück, und dazu will ich die Hälfte meines Vermögens den Armen schenken“ Matt 19.8 EU

Wenn man aber schon im Alten Bund das Vierfache geben musste, wieviel mehr dann im Neuen Bund der Gnade; und wenn schon der Dieb, um wieviel mehr der Räuber? Womit soll sich der Räuber dann entschuldigen, wenn er nur ein wenig davon zurückgibt, und dann nicht einmal denen, die du geschädigt hast, sondern ganz andern? Welche Nachsicht darfst du da erwarten? Welche Hoffnung auf Seligkeit bleibt dir da? Willst du sehen wie böse du handelst, wenn du solche Almosen spendest? Muss man als Christ nicht, dass was man sich erwirbt im gerechten und fleißigen handeln erwerben?

Denn der Raub, der den Armen ganz allmählich umbringt, ist noch schlimmer als Mord. Es ist so als wenn man einen armen Bauern von seiner erarbeiteten Nahrung jedes Jahr einen Teil als Steuer wegnimmt und diesen Teil aus Habgier auch immer mehr erhöht solange bis der Bauer nicht mehr genug hat um von seinem Land seine Familie zu ernähren. Im Gegenzug teilt dann der, der den Bauern seine Ernte wegnimmt an sich und an andere kleine Teile aus damit er vor ihnen gut dasteht. Wir sollten uns also von dieser Seuche befreien und das was mir erwirtschaften mit ehrlicher und guter Arbeit erwirtschaften und Gott für diese Gnade danken, dass uns dies gelingt. Gleichsam sind wir dadurch nur Treuhändler und sollten unser Vermögen in Gottes Sinn gebrauchen. Wenn wir dies beherzigen, werden wir geneigter sein zur Mildtätigkeit, werden den lauteren Lohn dafür erhalten und die ewigen Güter erlangen durch die Gnade und Güte unseres Herrn Jesus Christus.

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